Degressive AfA: Optimale Nutzung der Abschreibungsmöglichkeiten
Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) ist ein wichtiger Bestandteil der Steuerplanung und ein wichtiges Instrument für Immobilienbesitzer und Investoren. Sie ermöglicht es, die Anschaffungskosten einer Immobilie über die Jahre steuerlich geltend zu machen.
Insbesondere in Zeiten steigender Baukosten und wirtschaftlicher Unsicherheiten gewinnt die degressive AfA an Bedeutung. Investoren fragen sich oft, wann diese Abschreibungsmethode sinnvoll ist und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.
Im Folgenden erhalten Sie einen praxisnahen Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Die degressive AfA ermöglicht höhere Abschreibungen in den ersten Jahren und sinkende Beträge im Zeitverlauf
- Sie bietet insbesondere zu Beginn einer Immobilieninvestition deutliche steuerliche und liquiditätsseitige Vorteile
- Im Vergleich zur linearen AfA profitieren Investoren von einer schnelleren steuerlichen Entlastung
- Die Anwendung ist an gesetzliche Vorgaben und zeitliche Rahmenbedingungen gebunden
- Eine strategische Planung sowie fachkundige Beratung sind entscheidend für die optimale Nutzung der Abschreibungsmöglichkeiten
Was ist die degressive AfA?
Die degressive Abschreibung ist eine Abschreibungsmethode, bei der die jährlichen Abschreibungsbeträge über die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts abnehmen.
Im Gegensatz zur linearen Abschreibung, bei der jedes Jahr der gleiche Betrag abgeschrieben wird, nimmt der Abschreibungsbetrag bei der degressiven Abschreibung mit der Zeit ab.
Wann ist die degressive AfA sinnvoll?
Die degressive Abschreibung ist insbesondere für Investoren geeignet, die in den ersten Jahren nach dem Erwerb einer Immobilie eine möglichst hohe steuerliche Entlastung erzielen möchten. Typische Anwendungsfälle sind:
- Erwerb von Anlageimmobilien mit hohem Fremdkapitalanteil,
- Investitionen mit erhöhtem Liquiditätsbedarf in der Anfangsphase,
- strategische Steueroptimierung bei hohen Einkünften,
- Projekte mit geplantem Weiterverkauf nach einigen Jahren.
In all diesen Fällen kann die degressive AfA einen entscheidenden Beitrag zur finanziellen Entlastung leisten.
Vorteile der degressiven AfA
- Steuervorteile in den Anfangsjahren: Durch höhere Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren profitieren Immobilienbesitzer von höheren Steuerentlastungen, was gerade in der Anfangsphase einer Investition finanziellen Spielraum schaffen kann.
- Anreiz für Investitionen: Die degressive Abschreibung kann ein Anreiz sein, in Immobilien zu investieren, da der Steuervorteil sofort eintritt.
- Liquiditätsvorteil: Die anfänglich höheren Abschreibungsbeträge können die Liquidität verbessern und damit die finanzielle Belastung in den ersten Jahren nach dem Erwerb der Immobilie reduzieren.
Beispiel: Degressive vs. lineare AfA
Angenommen, Sie kaufen ein Mietshaus für 500.000 Euro. Bei einer Nutzungsdauer von 50 Jahren bedeutet die lineare Abschreibung, dass Sie jährlich 2 % oder 10.000 Euro abschreiben.
Bei Anwendung der degressiven Abschreibung (unter Annahme eines Degressionssatzes von 20 % und einer Begrenzung auf maximal das Doppelte der linearen Abschreibung) könnte die Abschreibung in den ersten Jahren wie folgt aussehen:
- Jahr 1: 20% von 500.000 Euro = 100.000 Euro
- Jahr 2: 20% von 400.000 Euro = 80.000 Euro
- Jahr 3: 20% von 320.000 Euro = 64.000 Euro
Wie man sieht, sind die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren deutlich höher als bei der linearen Methode.
Welche Einschränkungen sollten Sie beachten?
Trotz ihrer Vorteile ist die degressive AfA an bestimmte gesetzliche Rahmenbedingungen geknüpft und nicht in jedem Fall anwendbar. Zu beachten sind insbesondere:
- zeitliche Befristungen durch den Gesetzgeber,
- Begrenzung der Abschreibungssätze,
- Wechsel zur linearen Abschreibung in späteren Jahren,
- unterschiedliche Regelungen je nach Immobilienart und Baujahr.
Eine sorgfältige Prüfung im Vorfeld ist daher unerlässlich, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Tipps zur optimalen Nutzung der degressiven AfA

- Zeitpunkt der Investition: Planen Sie Ihre Investitionen in Immobilien strategisch, um den maximalen Steuervorteil zu erzielen. Insbesondere ist zu beachten, dass die degressive Abschreibung nur für bestimmte Zeiträume und unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen in Anspruch genommen werden kann.
- Beratung einholen: Eine fundierte Beratung durch einen Steuerberater oder spezialisierten Immobilienexperten kann Ihnen helfen, die spezifischen Bedingungen und Vorteile der degressiven Abschreibung zu verstehen und zu nutzen.
- Dokumentation: Dokumentieren Sie alle Anschaffungskosten und Nutzungszeiten sorgfältig, um Ihre Abschreibungen korrekt und nachvollziehbar geltend machen zu können.
- Kombination mit anderen Abschreibungsmodellen: Prüfen Sie, ob sich die degressive AfA mit Sonderabschreibungen oder Förderprogrammen kombinieren lässt, um zusätzliche steuerliche Vorteile zu erzielen.
Strategische Planung und Beratung für maximale Vorteile
Die degressive Abschreibung bietet Immobilienbesitzern und Investoren in den ersten Jahren nach dem Erwerb erhebliche steuerliche Vorteile. Durch die höhere Anfangsabschreibung kann die Steuerlast gesenkt und die Liquidität gleichzeitig verbessert werden. Um diese Vorteile optimal nutzen zu können, ist es jedoch wichtig, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu kennen und strategisch zu planen.
Gerade bei komplexeren Investitionsvorhaben ist es empfehlenswert, frühzeitig eine fundierte Bewertung und wirtschaftliche Einordnung der Immobilie vorzunehmen, um die passende Abschreibungsstrategie festzulegen.
Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema oder wünschen eine individuelle Beratung? Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
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